Hänselebrunnen

in Überlingen am Bodensee

Eine Spende des Verschönerungsvereins Überlingen

- Historie

Der alte Kellhofer Brunnen vor dem Hänselebrunnen 1934

Kellhofer Brunnen 1934

Aufnahme vom Dorf auf das Überlinger Münster an einem Frühlings-Sonntag 1934

Überlinger Fasnacht im Juni 1934

Fröhliche Einweihung des Hänselebrunnens.

So lautete die Schlagzeile am 10. Juni 1934 im damaligen Seeboten, mit folgenden Textauszügen:

Das war eine wahre Völkerwanderung, die da gestern Sonntagabend in Richtung des „Dorfes“ einsetzte und eine merkwürdige noch dazu:
Hänsele karbatschenschwingend, die Narrenräte mit Fuchsschwanzkappe und ordengeschmückt, die Narreneltern in ihrer ganzen Pracht ihres malerischen Staats, Trachtenmädle und Schwertletänzer, Kurgäste, Touristen und Fremde. Sie alle strebten in einer unverkennbar echten Gemeinschaft des Volkes samt den Oberhäuptern, Vorständen oder Vertretern der hohen Behörden, der Stadt und sonstiger als unentbehrlich angesehener Einrichtungen, der Stätte zu, an der das originellste Denkmal enthüllt, der Öffentlichkeit übergeben und feierlich „geweiht“ werden sollte.
Der Hänselebrunnen! In ihm ist der gute alte Geist volksverbundener Sitte und überlieferten Brauchs, der Fröhlichkeit Überlinger „Fasnettage“. In ihm ist alles das, was in Volkswitz und Humor Ursprüngliches, Echtes und Gutes steckt, festgehalten, versteinert sozusagen und dennoch Dank des Künstlertums seiner Schöpfer in eine Form gebracht, die Lachen und Leben ist.
Einen schöneren Tag hätte man sich kaum aussuchen  können, als diesen Sonntagabend, an dem die Enthüllung und Übergabe an die Stadt erfolgte.
Die denkwürdige Eröffnungsrede hielt Stadtbaumeister Schellinger. In kurzen Worten wies er auf Sinn und Entstehung des neuen Brunnens hin, um als Vorstand des Verschönerungsvereins, der des Brunnens Spender ist, allen Stiftern zum Vereinsvermögen und in erster Linie dem Narrenarchivar Viktor Metzger für den Entwurf und das weitgehende finanzielle Entgegenkommen und dem Bildhauer August Schwarz für die hervorragende Ausführung des Monuments und nicht zuletzt auch allen übrigen Mitarbeitern und „Modellen“ zu danken.
Bürgermeister Dr. Spreng dankte seinerseits und mit Recht in erster Linie Herrn Stadtbaumeister Schellinger, der die treibende Kraft zur Schaffung des Hänselebrunnens war.
Sodann erschien die Narrenmutter Kohler auf des Brunnen Rand, mit der ganzen Würde einer jahrhundertalten Tradition beladen, um den Hänselebrunnen mit des Dorfes Nationalgetränk, dem „Moscht“, zu „weihen“. Zugleich kündigte sie an, dass von nun an der Fastnachtsumzug am Schmotzigen Dunschtig stets vom Steinernen Hänsele seinen Ausgang nehmen werde.

Unter den Schüssen der Böller nahm der Archivar Viktor Metzger die symbolische Enthüllung des Hänselebrunnens  vor.

 

Überlinger Hänselebrunnen mit Blick zum MünsterÜberlinger Hänselebrunnen mit Blick in die Friedhofstraße

Überlinger Hänselebrunnen - Postkarten aus den 1960er Jahren